Bitter & Zart

Das unterschiedliche Verhalten männlicher und weiblicher Großstädter beim Schokoladenkauf

Wenn man im direkten Kundenkontakt arbeitet, hat man ja jeden Tag die Möglichkeit, seinem Hobby als Verhaltensforscher nachzugehen. Dabei muss man noch nicht einmal eine Entenattrappe auf den Kopf setzen, wie es uns Konrad Lorenz vorgeführt hat. Aber mich interessieren ja auch nicht die Graugänse, sondern Menschen wie Du und ich.
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Aufgefallen ist mir in letzter Zeit das unterschiedliche Verhalten von Männern und Frauen beim Schokoladenkauf. Ein Kundin fragte mich neulich, wieviele Kalorien eine Gianduja-Praline habe. Ich war einen Moment sprachlos, denn dass ist ein Thema, was in unserem Laden etwas kontraproduktiv ist. Die Dame drehte und wendete sich und man sah ihr an, dass sie einen innerlichen Kampf ausfochte.
Sollte sie oder sollte sie nicht!? Ich empfahl ihr, die Kalorien doch einfach zu vergessen und sich etwas zum Geniessen zu gönnen. Das tat sie letztendlich auch und erlaubte sich ein Tütchen mit köstlichstem Zartbitter-Nougat. Sie hasst mich bestimmt immer noch für meine Leichtfertigkeit und augenzwinkernde Überredungskunst.
Wie oft muss ich diesen Satz hören “Ich darf nichts probieren, ich bin gerade auf Diät”. Oh, liebe Damen, warum quälen Sie sich dann so und betreten unseren Laden, wo an jeder Ecke die süsse Verführung lauert? Aber vielleicht ist das der Reiz an dem Zaudern und Zögern: das Schwachwerden…
Trude
Männer sind da ganz anders. Da gibt es zum Beispiel die sportlichen Typen, die sich ganz ohne schlechtes Gewissen eine kirschgefüllte Edeltafel “reinziehen”. Jetzt, sofort, und gleich. In der Hand noch die Tüte vom Outdoorspezialisten. Die gehen an solch eine Kaufaktion, wie an die Ersteigung der Alpen. Gezielt, fokussiert und mit einem Lächeln im Gesicht, wenn sie das Ziel erreicht haben.
Männer sind in den meisten Fällen schnell beim Schokoladenkaufen. Tür auf, Ziel angepeilt, ein kurze Drehung und schon haben sie ihre Beute erlegt, äh geschnappt. Die Unsicheren gibt es natürlich auch. Das sind meistens die Männer, die von ihren Frauen beauftragt wurden, “noch schnell” ein Geschenk zu besorgen. Auch hier ist Eile seitens der Schokoladendame angesagt, um das Richtige zu empfehlen. Und am besten sind diese Geschenke schon voreingepackt. Denn diese Männer sind erst sichtlich erleichtert, wenn sie den Laden wieder verlassen können.
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Übrigens, hier ein Tipp gegen das schlechte Gewissen beim Naschen: Legen Sie jeden zweiten Tag einen “Treppentag” ein (keine Rolltreppe oder Aufzug benutzen). Das verbrennt so einige Kalorien!
Denn ab November kommen die köstlichsten Weihnachtsartikel in unsere Läden. Und da werden Sie nicht widerstehen können…

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